Was ist bei den Strompreisen los?

Überall lesen wir von steigenden Strompreisen, Gaspreisen und auch Benzin und Diesel sind so teuer wie nie. Was ist da los?

Die Ursachen sind vielfältig, eine davon ist der Gaspreis. Gas nutzen wir nicht nur zum Heizen, sondern auch zur Stromerzeugung - daher beeinflusst er auch den Strompreis. Ein weiterer Grund ist die erhöhte Nachfrage nach Energie während der Erholung von der Corona-Pandemie, da die Wirtschaft wieder mehr in Schwung kommt. Gleichzeitig ist aber das Energieangebot gesunken - zum Beispiel durch Dürren in Brasilien, wo viel Strom aus Wasserkraft produziert wird. Und nicht zuletzt waren die kalten Monate vielerorts besonders hart, wodurch von den Reserven gezehrt werden musste und im Sommer wiederum weniger erneuerbare Energien produziert werden konnten.


Aber jetzt mal harte Fakten, ist der Strompreis wirklich so doll angestiegen?


In Deutschland ist Strom an der Börse seit Januar rund 140% teurer geworden, in Spanien sogar 425%. Dabei ergeben sich drei Viertel des Strompreises nicht durch die direkten Energiekosten sondern aus Steuern, Umlagen und Netzentgelten. Also ja- der Anstieg ist schon echt krass und macht sich auch bei uns zu Hause bemerkbar.

Was bedeuten die hohen Preise für dich?

Der Preisanstieg spiegelt sich auch in unseren Strom- und Heizkostenrechnungen zu Hause wider - auch wenn noch nicht so dramatisch wie in der Industrie. Die Heizkosten sind in Deutschland im September im Vergleich zum Vorjahr um 33% gestiegen. Für Strom zahlen wir 4% mehr. Spielen die erneuerbaren Energien da etwa auch eine Rolle?


Hat die Energiewende etwas mit den steigenden Preisen zu tun?


Kritiker:innen machen dafür auch den Preis von CO2 im Handel mit Emissionsrechten verantwortlich, denn dieser ist gestiegen, was die Energieerzeugung aus Kohle unattraktiver macht, aber auch Strom teurer machen kann, wenn es keine Alternativen gibt. Im Emissionshandelssystem der EU müssen etwa Stromanbieter für den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 zahlen. Kritiker:innen fürchten, dass eine Ausweitung des Systems Verbraucher:innen zusätzlich belastet. Andererseits sorgt das EU-System dafür, dass Kohle bei den hohen Gaspreisen keine Alternative wird - und so höhere Emissionen verhindert. Und wenn wir die langfristigen Schäden im Blick behalten, die entstehen, wenn wir unsere Energieversorgung weiter auf fossilen Brennstoffen basieren und die Klimakrise im wahrsten Sinne des Wortes anheizen, dann sind die erhöhten Strompreise ein Klacks gegen die Kosten, die durch Umweltkatastophen auf uns zu kommen. Die Alternative kann also nur Energieeffizienz und echter Ökostrom sein. Im besten Fall müssen wir dafür den Energiemarkt grundlegend umstrukturieren und ihn auf Klimaschutz und erneuerbare Energien auslegen. Aber das ist ein anderes Thema. Jetzt bleibt die Frage:


Was können wir tun?

Kurzfristig können wir wenig tun. Energieeffizient leben und möglichst wenig Strom verbrauchen, bewusst heizen und aufs Auto verzichten wo es geht scheinen die einzigen Möglichkeiten zu sein. Langfristig muss die EU ihr Klimapaket schneller umsetzen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Gas billiger zu machen, löst langfristig nicht das Problem. Dafür können wir uns stark machen, unsere Meinung auf die Straße tragen und mit unserer Kaufentscheidung ein Zeichen setzen, was wir als Verbraucher:innen wollen: eine gerechte Energiewende, ein dezentrale und sichere Energieversorgung die ausschließlich auf erneuerbaren Energien beruht.


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